Laserbehandlung

In den Medien haben Sie sicher schon von der „neuen“ Laserzahnheilkunde gehört. Aber was steckt wirklich dahinter? Und wie profitieren Sie als Patient von dieser Technologie?

Der Laser stellt eine spezielle Art von Lichtquelle dar, sein Strahl liefert eine gebündelte Energie, die auch zur zahnärztlichen Therapie genutzt werden kann. Im Mund gibt es natürlich verschiedene Arten von Geweben, z.B. Weichgewebe an Zahnfleisch, Mundschleimhaut und Lippenbändchen. Daneben gibt es noch Hartgewebe in Form von Zähnen und Kieferknochen oder kariös geschädigtem Zahngewebe.

Jedoch ist nicht jeder Dentallaser in der Lage, für jede Art von Gewebe optimal eingesetzt werden zu können. Es gibt verschiedene Lasertypen, die unterschiedliche Wellenlängen ausstrahlen, was der Farbe des Laserlichtes entspricht. Jede Wellenlänge findet in der Zahnmedizin ihre speziellen Anwendungsgebiete. Es gibt demnach keinen einzelnen Laser, der „einfach alles behandeln kann“ (vgl. Link: 1).

Aufgrund unserer Weiterbildungskooperation mit der RWTH International Academy (Link: 2) und dem AALZ Aachen Dental Laser Center (Link: 3) und dem daraus resultierenden Fachwissen im RWTH-Masterstudiengang „Lasers in Dentistry“ unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Norbert Gutknecht, stehen Ihnen bei Ihren Zahnärzten an der Theaterstrasse zur Zeit 7 verschiedene Laserwellenlängen für Ihre Behandlung zur Verfügung.

Daher ist auf jeden Fall ein ausführliches Vorgespräch mit Ihrem behandelnden Zahnarzt notwendig, in denen er Ihnen die jeweilige Behandlung ausführlich erklärt und die für Ihren Behandlungserfolg geeignete Wellenlänge auswählt.

Generell können zahlreiche zahnmedizinische Behandlungen mit einem Laser durchgeführt werden, oder es kann die konventionelle Behandlung durch einen Lasereinsatz sinnvoll ergänzt und verbessert werden, z.B. hinsichtlich von Schwellungen oder Schmerzempfinden.

In der Regel werden Sie beim zahnmedizinischen Lasereinsatz an das aus Medien bekannte „Bohren mit Licht“ denken, also den Verzicht auf den ungeliebten Bohrer, über das der FOCUS im Artikel „Lichtschwert gegen Karies“ ausführlich berichtete.

In der Tat gibt es bestimmte Lasersysteme, die genau die schonende Kariesentfernung ermöglichen, die so genannten Er,Cr:YSGG-Laser und Er:YAG-Laser. Die Behandlung wird „kontaktlos“ durchgeführt, d.h. Sie spüren keinen Druck und keine mechanischen Vibrationen und auch das Geräusch des Bohrers fällt weg. In vielen Fällen, allerdings nicht immer, kann auf eine Betäubung verzichtet werden. Bekannte Probleme beim Bohren werden vermieden; der Laser kann so präzise geführt werden, dass z.B. bei der Kariesbehandlung mehr gesunde Zahnstruktur geschont wird, was zur Folge hat das Ihre eigenen Zähne länger erhalten bleiben.  (vgl. Gutknecht. „Kariologie und Kavitätenpräparation)

Neben dem „Bohren mit Licht“ in der Kariestherapie gibt es aber noch zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten der Lasertechnologie in der Zahnheilkunde, die in der Wissenschaft untersucht werden:

  • Überempfindliche Zähne lassen sich laut wissenschaftlicher Untersuchungen mittels Laserbestrahlung behandeln.
  • schmerzhafte Aphthen, also Bläschen an der Schleimhaut – oftmals kann nach der ersten Behandlung bereits Schmerzfreiheit erreicht werden, wie 72% der Patienten, die im Rahmen einer Masterarbeit an der RWTH Aachen im Studienfach „Lasers in Dentistry“ berichteten.
    • vgl. Brader. „Die Behandlung einer Aphthosis“ und Brader „Prüfung möglicher Einflussgrößen auf die symptomatische Behandlung chronisch – rezidivierender Aphthen mit dem Nd:YAG Laser – eine Beobachtungsstudie“, Masterarbeit, RWTH Aachen, 2006. 
  • Chirurgie – der chirurgische Eingriff kann mit geeigneten Lasergeräten häufig atraumatisch durchgeführt werden, insbesondere bei Kindern, wie zum Beispiel bei Lippen- oder Zungenbändchen. Aber auch erwachsene Patienten können oftmals ohne Bluten und Nahtversorgung behandelt werden, zum Beispiel bei Reizfibromen.
  • Endodontie (Wurzelbehandlungen) – Bakterielle Infektionen der Zahnwurzel gelten als eine der wesentlichen Ursachen für Knochenauflösung am Zahnhalteapparat (vgl. 4,5,6). Geeignete Laserstrahlung kann auch tiefsitzende Infektionen bekämpfen, während über konventionelle Spüllösungen 2009 von Paqué et al. berichtet wurde, dass trotz Spülung noch 40-60% der Wurzelkanäle kultivierbare Bakterien enthalten (7).
  • Parodontologie: Neben der gezielten Reduktion der bakteriellen Infektion können beispielsweise Behandlungen am Zahnfleisch ohne Bluten, ohne Nähte und mit verminderten postoperativen Beschwerden wie Schwellungen oder Schmerzen durchgeführt werden.

Sprechen Sie Ihren Zahnarzt gerne auf die Möglichkeit einer Laserbehandlung an.

Weiterführende Literatur

(exemplarisch ausgewählte, überwiegend deutschsprachige, Fachartikel). Grünen Text können Sie direkt auswählen, um den verlinkten Fachartikel aufzurufen.

  1. Proceedings of the 1st International Workshop of Evidence Based Dentistry on Lasers in Dentistry, Quintessenz Publishing Co. Ltd., London, Berlin, Chicago 2007, ISBN 978-1-85097-167-2
  2. RWTH International Academy
  3. AALZ Aachen Dental Laser Center
  4. Kakehashi S, Stanley HR, Fitzgerald RJ, The effects of surgical exposures of dental pulps in germfree and conventional laboratory rats. Journal – Southern California Dental Association (1966) vol. 34 (9) pp. 449-51
  5. Bergenholz G, Microorganisms from necrotic pulps of traumatized teeth. Odontologisk Revy (1974) 25: 347-358
  6. Haapasalo M, Orstavik D. In vitro infection and disinfection of dentinal tubules. J Dent Res 1987;66:1375-9.
  7. Paqué F, Ganahl D, Peters OA, Effects of root canal preparation on apical geometry as-sessed by micro-computed tomography. J Endod (2009) vol. 35 (7) pp. 1056-9
  8. Gutknecht. Kariologie und Kavitätenpräparation mit dem Er:YAG-Laser. LaserZahnheilkunde (2007) (2) pp. 75-83
  9. Pantle C, Lichtschwert gegen Karies – Lasern statt Bohren. Focus (2009) 44:72- 75
  10. Gutknecht et al. Behandlung von hypersensitiven Zähnen mittels Nd:YAG-Laserbestrahlung – ein Vergleich verschiedener Einstellungen in einer In-Vivo-Studie. LaserZahnheilkunde (2008) (2) pp. 87-91
  11. Brader. Die Behandlung einer Aphthosis mit dem Nd:YAG-Laser. LaserZahnheilkunde (2008) (2) pp. 77-86
  12. Boj et al. Case series: laser treatments for soft tissue problems in children. Eur Arch Paediatr Dent (2011) vol. 12 (2) pp. 113-7
  13. Franzen et al. Bakterizide Tiefenwirkung der Strahlung eines Er,Cr:YSGG-Lasers auf Enterococcus faecalis in humanem Dentin – Eine In-vitro. LaserZahnheilkunde (2006) (3/4) pp. 195-201
  14. Gutknecht et al. Klinische Langzeitauswertung von endodontisch behandelten Zähnen mit Nd:YAG-Lasern. LaserZahnheilkunde (2008) (2) pp. 91-95
  15. Gutknecht et al. Die Reduktion von spezifischen Mikroorganismen in den parodontalen Taschen mit Hilfe eines Nd: YAG-Lasers–Eine In-vivo-Studie. LaserZahnheilkunde (2005) vol. 3-4 (05) pp. 149-157
  16. Gutknecht, Brockmann, Meister, Franzen, Mikrobiologischer In-vivo-Vergleich konventioneller und laserunterstützter Parodontitistherapie, LaserZahnheilkunde (2005) vol. 3-4 (05) pp. 149-157
  17. Beaumont et al. Einfluss des Nd:YAG-Lasers auf das Parodont und die subgingivale Plaque. LaserZahnheilkunde (2004) vol. 1 (04) pp. 13-20